Aus den Workshops 

Zwölf Texte, 
eine Zusammenfassung

Zum SchreibTREFF vom 12. Februar 2022

 

Unsere Liebe haben wir zum Beruf gemacht. Unsere hellkupferrotgesträhnten Locken glänzten in der Sonne, das Seidentuch um die Schultern geworfen, machten wir ein nachdenkliches Gesicht – zum Schein, doch wir wussten, was es geschlagen hatte und eines war klar. Leichter ist es mit den Jahren nicht geworden. Drei Mal machte es Plopp, als die schweren Taschen in den Rücksitz sanken. Wir rückten unsere sportlichen Körper zurecht und zum ersten Mal an diesem Tag wischten wir uns den Schweiß von der Stirn. Himmel und Erde spiegelten sich in den Bäuchen der Seifenblasen. „Ich bin es. Ich bin es immer.“ 
 Eine Küchenrolle fiel auf den Boden, der Kater begann sie zu zerlegen, schwere Ketten schabten behäbig über den Estrich. Wir sprangen behände auf den Beifahrersitz. Klarinetten und Trompeten wurden im Rucksack verstaut. So folgten wir dem Konvoi, auf der Suchen nach etwas Lebensglück. Eines war gewiss: Der Hula-Hupp-Reifen fällt immer auf den Boden. 

Foto: kirahoffmann, pixabay

Gedanken über "Das Leben und das Schreiben" mache ich mir auf dem Online-Portal: Murtalinfo.at 

Hier schreibe ich über erste Entwürfe, die heilsame Schönheit von Listen, über Vorbilder und Weggefährten, die Kraft der Phantasie und vieles mehr ... 

Leseproben eigener Texte

Körpersprache

Jetzt geh ich hinein, trag mich in den Raum, stell mich dort ab und lass mich einfach sein – lebendig. „Meine Lebendigkeit“, kann ich dann denken, voller Besitzerstolz, als hätte ich sie mir eben erst erschaffen, aus Bruchstücken der letzten Jahre zusammenbastelt, mir zu eigen gemacht. Meine Lebendigkeit, in allem, auch im Schweigen. Jetzt gehört sie mir. Greifbar, herzeigbar. Fühl mich wie eine Installation, in Schwarz gehalten, mit warmen Zwischentönen. Material: Fleisch; Höhe: 1,60 na gut, etwas weniger. Nicht begehbar, aber angreifbar. Klingt nach Verwundbarkeit, besser befühlbar …

Gesamter Text hier, im Kulturforum von Ö1. 

Emma

Sie trug rote Lackschuhe mit weißen Blumen. Als ob jemand mit dem Namen Emma nur ein Mädchen sein könnte, niemals aber eine Frau. Sie sah über ihre Schulter, als erwarte sie jemanden oder etwas, aber keine vertraute Gestalt löste sich aus der Menge, beschleunigte ihren Schritt. Jemand könnte die Hand auf ihre Schulter legen. Sie würde sich überrascht umdrehen. Ihr Ausdruck würde sich verändern, ihr Gesicht würde sich aufhellen beim Anblick des anderen.
Oder war es Emmas Hand, die sich auf eine Schulter legte. Der Mann drehte sich um und starrte Emma fragend an. „Ja, bitte?“

Gesamter Text, Kulturforum Ö1 

Weitere Texte: "Hände", "Adam und Ich" und "Eine Liebesgeschichte" (Beitrag Ö1, gelesen von Pippa Galli)