Auf dieser Seite finden Sie einen kleinen Überblick meiner Arbeit. Dazu gehören Impulse, die Sie dabei unterstützen schnell ins Schreiben zu kommen, Zusammenfassungen von Texten meiner Teilnehmer*innen, die in den Workshops entstanden sind sowie Impressionen von Veranstaltungen, die ich für Erwachsene, aber auch Kinder abgehalten habe.
Impuls
Einmal die Woche verschicke ich einen Gedanken, ein Zitat, manchmal Bilder oder einzelne Wörter per E-Mail-Verteiler an Interessierte.
Die Impulse sind so ausgewählt, dass sie ein breites Spektrum an Möglichkeiten bieten, wo Sie gedanklich einhaken können. Ob Sie die Anregungen nutzen, um sich mit der eigenen Biografie auseinanderzusetzen oder dadurch fiktive Figuren zum Leben erwecken, ist ganz dem Moment des Schreibens überlassen.
Wenn der Anspruch zu hoch wird und Sie daran hindert, die eigenen Schreibprojekte anzugehen, betrachten Sie die Impulse als Fingerübung, um sich warm zu schreiben.
In Zukunft stelle ich immer wieder Impulse auf meine Webseite. Wenn Sie an wöchentlichen Impulsen interessiert sind, nehme ich Sie gerne in meinen Verteiler auf. Schicken Sie mir einfach ein Mail mit dem Betreff „Impuls“ und Sie erhalten regelmäßig unterstützende Ideen für Ihr Schreiben.
Impuls KW 11
Irgendwas mit Liebe
„Die Liebe ist ein weites Feld“, heißt es im April im Literaturhaus München und auch bei uns darf es wieder einmal um die Liebe gehen. Die romantische Liebe ist doch nur ein Teil davon und wenn wir ehrlich sind, betrifft sie auch nur eine relativ kurze Zeitspanne.
Liebe ist auch die reife Liebe zum Partner/zur Partnerin, die uns durch dick und dünn gehen lässt über dünnes Eis und dann wieder auf festen Grund. Eine neue Liebe, das herrliche Sich-verlieben und sei es auch nur einseitig.
Die Liebe zum Kind, die Liebe zu den Geschwistern, zu den Eltern – diese löchrige, holprige Liebe, die Liebe zum Leben, zu einer Sache, die einen vorantreibt und immer wieder nach neuen Wegen suchen lässt und schließlich die Liebe zu sich selbst. Diese oft zitierte Selbstliebe, aber wie äußert die sich eigentlich? Woran merken wir, dass wir (uns selbst) lieben? Was verändert sich und wie?
Was verwechseln wir mit Liebe und was erwarten wir von ihr?
Ich wünsche Euch viel Freude beim Suchen und Finden Eurer ganz persönlichen Liebesgeschichte!
Zwölf Texte,
eine Zusammenfassung
(Die Wörter und Formulierungen, die die Grundlage für meine Zusammenfassungen bilden, stammen aus den Texten meiner Teilnehmenden.)
Wir waren die Frauen an der Bushaltestelle. Einfache Frauen, die zu Fuß zur Einschulung gingen. Schön zurechtgemacht, mit dichtem Wimpernkranz. Das glatte schwarze Haar glänzte in der Sonne oder war es dunkelblond und wuschelig? Es war Krieg und niemand hat uns was erklärt. „Nimm den Schlüssel und hau ab!“, riefen sie uns zu. Wir gingen mit offenen Augen, klaren Prinzipen im Blick und Mundwinkeln, die zeigten, dass wir uns nicht übertölpeln lassen würden.
Unsere nackten Füße glitten über weißen Sand, feuchtes Moos, ohne Spinnen und aufgelegtes Plastik. Darüber konnte uns nur die Kaffeemaschine trösten. Wir träumten von uralten Bäumen in Kroatien und bemerkten, dass es nicht einfach war, unser Denken und Schreiben in Einklang zu bringen. Mit seinen langen Fingern griff der Wind in unseren Dutt, als könnte er selbst schon Geschichte schreiben. Wir hätten ihn gerne links liegen gelassen. Auch der Regen konnte uns nicht beruhigen, sondern regte uns nur auf. Wir hätten den Seelenmüll nicht mitbringen sollen. An der Almhütte mit den Einwegfenstern stand: „Bitte nicht stören!“ – Von irgendwoher kam Musik.
Foto: pixabay
Sieben Texte, eine Zusammenfassung.
Wir standen an der Bushaltestelle, mit dem alten schweren Waffenrad und spürten die Kühle der Eisentür im Rücken. Betrachten den Regenbogen einer halbreifen Mango. Die Braut des Lichtes hatte erlaubt, ihn für uns zu bewahren, aber das war eine heimliche Rache. Katinka war noch nicht nach Hause gekommen und das Gelbe hat sich immer schon vorgedrängt. Der Hungerbauch blähte sich über den siebenjährigen Oberschenkeln. Hohlwangige Männer und Frauen trugen schaurige Schilderungen mit lebhafter Altstimme vor. Sie holten uns aus unserem venezianischen Traum. Lapislazuli, als ewiges Bild. Gekreuzte Gitter lockerten die Strenge des Tores. Wir ließen die Blicke schweifen, herumtollen, die ausgelassenen Kinder. Sie kommen wieder.
Fotocredit: Bild von Jhnndy auf Pixabay
In Graz schreiben wir wieder am
28. Februar 2026, online am 07. Februar 2026
Lesefest 2024
Im Oktober 2024 fand unser letztes Lesefest im Haus der Baubiologie in Graz statt. Meine Teilnehmerinnen und Teilnehmer treffen einander beim gemeinsamen Schreiben in Graz, im Oberen Murtal und Online, aber es schreiben nicht alle zur selben Zeit am selben Ort. Das Lesefest hat sich seit 2018 als beliebter Ort der Begegnung für Autor*innen und Zuhörer*innen herauskristallisiert.
Kreativworkshops für Kinder
Der eigenen Wahrnehmung, den spontanen Ideen zu vertrauen und mit allen Sinnen zu erzählen, ist mein Schwerpunkt für die Zusammenarbeit mit Kindern. Die Kreativworkshops biete ich aktuell im Rahmen des Sommerprogrammes der Gemeinde Fohnsdorf an. Im Frühling 2025 gab es zusätzlich eine tolle Zusammenarbeit mit den Kindern der VS-Dietersdorf.
Leseproben eigener Texte
Körpersprache
Jetzt geh ich hinein, trag mich in den Raum, stell mich dort ab und lass mich einfach sein – lebendig. „Meine Lebendigkeit“, kann ich dann denken, voller Besitzerstolz, als hätte ich sie mir eben erst erschaffen, aus Bruchstücken der letzten Jahre zusammenbastelt, mir zu eigen gemacht. Meine Lebendigkeit, in allem, auch im Schweigen. Jetzt gehört sie mir. Greifbar, herzeigbar. Fühl mich wie eine Installation, in Schwarz gehalten, mit warmen Zwischentönen. Material: Fleisch; Höhe: 1,60 na gut, etwas weniger. Nicht begehbar, aber angreifbar. Klingt nach Verwundbarkeit, besser befühlbar …
Gesamter Text hier, im Kulturforum von Ö1.
Emma
Sie trug rote Lackschuhe mit weißen Blumen. Als ob jemand mit dem Namen Emma nur ein Mädchen sein könnte, niemals aber eine Frau. Sie sah über ihre Schulter, als erwarte sie jemanden oder etwas, aber keine vertraute Gestalt löste sich aus der Menge, beschleunigte ihren Schritt. Jemand könnte die Hand auf ihre Schulter legen. Sie würde sich überrascht umdrehen. Ihr Ausdruck würde sich verändern, ihr Gesicht würde sich aufhellen beim Anblick des anderen.
Oder war es Emmas Hand, die sich auf eine Schulter legte. Der Mann drehte sich um und starrte Emma fragend an. „Ja, bitte?“
Gesamter Text, Kulturforum Ö1
Weitere Texte: „Hände“, „Adam und Ich“ und „Eine Liebesgeschichte“ (Beitrag Ö1, gelesen von Pippa Galli)