Was bisher geschah ...

Von Lesefesten, Buchpräsentationen, Gruppentexten während des ersten Lockdowns, Lesungen und ganz besonderen Lese- und Schreibereignissen wie zum Beispiel dem Tag, als Ö1 von Erlebnis Sprache erzählte und die wunderbare Pippa Galli meine "Liebesgeschichte" gelesen hat. So einfühlsam und nuanciert; schöner als ich es mir erträumt habe.  

Es war ein ereignisreiches Jahr und so kommt es, dass sich meine Rückschau auf die literarischen Höhepunkte der letzten Jahre weiterhin verschiebt. Daher zeige ich hier nur einige Kostproben aus dem Workshop für Kinder, der im Sommer stattgefunden hat. 
Nur so viel: 2021 wird es leider kein Lesefest geben, aber schauen wir was die Zukunft bringt ... 

Neun Texte, 
eine Zusammenfassung

Zum SchreibTREFF vom 20. November 


Wir blickten über das kalte Land, ein Reh hob den Kopf. Die Katze schlich herum. Feuer flackerte im Ofen, der Schirm in der Tasche duftete nach Rosen. Dass der Schlüssel im Schloss brach, überraschte uns. Kronprinz Rudolf sah tatenlos zu, etwas mitgenommen sah er aus mit seinen roten Bäckchen, was den Raucher von seiner Sucht nicht abbringen konnte. In einem fernen Land blieben wir beim üblichen Morgenritual: weiße Haare zählen, Anti-Falten-Creme ins Gesicht schmieren, das Tempo drosseln. Wir wollten gerne hinter das Geheimnis des Apfels kommen. Der Busfahrer hoffte in uns keinen medizinischen Notfall zu haben. Ein breiter Ehering strahlt an seinem Finger. Wir begaben uns auf die Suche nach Äpfel für unseren Mann. (Rot wie Blut und Gelb wie der Mais auf den Feldern.) Er wollte nicht länger Laufbursche sein. „Sind die mit Gift gespritzt?“ „Das müssen Sie schon selber machen …“ 

– Wer sagt, Äpfel hätten keine Geheimnisse? 

Foto: jarmoluk pixabay

Leseproben eigener Texte

Körpersprache

Jetzt geh ich hinein, trag mich in den Raum, stell mich dort ab und lass mich einfach sein – lebendig. „Meine Lebendigkeit“, kann ich dann denken, voller Besitzerstolz, als hätte ich sie mir eben erst erschaffen, aus Bruchstücken der letzten Jahre zusammenbastelt, mir zu eigen gemacht. Meine Lebendigkeit, in allem, auch im Schweigen. Jetzt gehört sie mir. Greifbar, herzeigbar. Fühl mich wie eine Installation, in Schwarz gehalten, mit warmen Zwischentönen. Material: Fleisch; Höhe: 1,60 na gut, etwas weniger. Nicht begehbar, aber angreifbar. Klingt nach Verwundbarkeit, besser befühlbar …

Gesamter Text hier, im Kulturforum von Ö1. 

Emma

Sie trug rote Lackschuhe mit weißen Blumen. Als ob jemand mit dem Namen Emma nur ein Mädchen sein könnte, niemals aber eine Frau. Sie sah über ihre Schulter, als erwarte sie jemanden oder etwas, aber keine vertraute Gestalt löste sich aus der Menge, beschleunigte ihren Schritt. Jemand könnte die Hand auf ihre Schulter legen. Sie würde sich überrascht umdrehen. Ihr Ausdruck würde sich verändern, ihr Gesicht würde sich aufhellen beim Anblick des anderen.
Oder war es Emmas Hand, die sich auf eine Schulter legte. Der Mann drehte sich um und starrte Emma fragend an. „Ja, bitte?“

Gesamter Text, Kulturforum Ö1 

Weitere Texte: "Hände", "Adam und Ich" und "Eine Liebesgeschichte